Ebenso wurde der schöne Oldtimer nun auch als originelle und stilvolle Kulisse
für diverse Fotoshootings entdeckt.
Mit ihrer hochglänzenden silbernen Oberfläche war unsere AN-2 sogar Ersatz für die äußerst seltene Lockheed Electra, mit der die Flugpionierin Amelia Earhart vor 75 Jahren im Pazifik verschollen ist.
Mit sehr viel Liebe zum Detail und aufwendig recherchierter Historie hat hier ein Team von Spezialisten ein Stück Geschichte dieser Ausanahme-Pilotin wieder zum Leben erweckt!
Über 12 Jahre ist her, seit unser AN-2 Doppeldecker D-FOKK in den originalen Farben und Design der ehemaligen (Ost-) Deutschen Lufthansa lackiert wurde.
Kurz danach wurde die Maschine nach Namibia überführt, um im südlichen Afrika Flugsafaris zu fliegen.
Dies bedeutete jedoch auch über zwei Jahre intensivste Sonnenbestrahlung für den verwendeten herkömmlichen Autolack. Es geschah wie es kommen mußte:
Die oberste Schicht Klarlack versprödete großflächig und konnte die darunter liegende Silbermetallic Schicht nur mehr bedingt schützen. In der Not versuchte man schließlich mit Tarnnetzen das Flugzeug wenigstens etwas vor weiterem "Sonnenbrand" zu schützen.
Glücklicherweise erwarb ihr jetziger Besitzer, Andreas Wild, im Jahr 2004 den Doppeldecker und flog ihn in einer abenteuerlichen Reise über 10500km zu seinem jetzigen Standort Bad Wörishofen.
Als Sofortmaßnahme wurde die Oberseite des Flugzeuges mit einem grauen Schutzlack überzogen, um einer weiteren Schädigung der Lackierung vorzubeugen.
Die Sonnenbelastung im schönen Allgäu ist zwar deutlich geringer als im fernen Afrika, dafür aber taten Wind und Wetter ihr übriges, so daß die Antonov mit der Zeit immer mehr "Patina" bekam.
Acht Jahre
lang flog der gutmütige und zuverlässige Vogel die beliebten Nostalgieflüge, diesen Winter jedoch bekam der brave Oldtimer ein wohlverdientes und zugleich ganz besonderes Geschenk:
Neubespannung und Lackierung der Anna
Der Doppeldecker wurde in seiner Stammwerft, Scheiling Aircraft Service in Kamenz, komplett zerlegt und man begann sämtliche alten Lackschichten sorgfältig zu entfernen.
Es zeigte sich, daß seit seinem Einsatz bei der Interflug der Fliegerlack wohl immer nur überlackiert wurde, soviele verschiedene Schichten (und Farben!) kamen zum Vorschein!
Endlich, nach vielen Tagen mühseliger Arbeit, steht der blanke Rumpf da wie neu!
Dank hochwertigem, eloxiertem Aluminium gab es keinerlei Korrosion und das nach 54 Jahren!
Wie auch teilweise heute noch bei modernen Flugzeugen (z.B. Dornier 228), sind auch bei diesem robusten Doppeldecker die Tragflächen und das Leitwerk in bewährter Bauweise mit Stoff bespannt.
Statt dem früher verwendeten Baumwollgewebe kommt aber heutzutage Synthetikstoff (Ceconite 101) zum Einsatz:
Dieses Material ist äußerst reißfest, verrottungssicher und hält mindestens 20 Jahre!
Die Stoffbahnen werden auf den Rippen der Tragflächen sowohl mechanisch, als auch durch Klebelack fixiert.
Die eigentliche Spannung erhält der Stoff dann aus einer Kombination von Wärmezufuhr und Spannlack, welcher auch eine zusätzliche Schutzschicht für den Stoff bildet.
Vielen Dank an die schwäbische Firma IRSA, deren Klebe- und Spannlack wir zu einem sehr fairen Preis beziehen konnten!
Schließlich kommt der wichtigste Schritt:
Die Komplettlackierung der AN-2 mit hochwertigem Flugzeuglack!
Dieser Lack muss nicht nur sehr elastisch sein wegen der bespannten Tragflächen des Oldies, sondern zugleich auch äußerst witterungsbeständig, da der Doppeldecker aufgrund seiner Größe leider während der Flugsaison im Freien stehen muss.
Nach gründlichen Recherchen ergab sich letztlich die perfekte Lösung für unsere "Tante Anna":
Tradition trifft hier Moderne, unser Vogel bekommt den gleichen Lack wie der A380!
Speziell für die Anforderungen des neuen Airbus wurde bei dem Hamburger Lackspezialisten Mankiewicz ein
Hightech Klarlack entwickelt, welcher enorm elastisch ist und selbstredend extremsten Witterungsbedingungen standhält.
Zusammen mit dem Silber-Metallic Decklack ergibt dieser Klarlack einen sehr hohen Glanzgrad, der den Nostalgieflieger im sogenannten "Wet Look" wie neu erstrahlen läßt!
An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an die Firma Mankiewicz, die mit einem äußerst großzügigen Angebot und viel Know-how unseren Oldtimer nachhaltig unterstützt hat!
Schlußendlich bekam die Maschine wieder die originalgetreue Bemalung in den Farben der Deutschen Lufthansa der DDR, wo sie in den 60iger Jahren als Passagierflugzeug im Einsatz war.
Das Hoheitskennzeichen, der Lufthansa-Kranich und die komplette Beschriftung wurden in Folientechnik durch die Firma Logo-Werbung aus Landsberg ausgeführt. Ein großes Dankeschön an Christoph Feichtinger und sein Team, welche die Folien mit viel Geduld perfekt über die tausenden Nieten des Rumpfes per Heißluftföhn geformt haben!
Ein großes Projekt wurde durch Mithilfe vieler Freunde und Helfer erfolgreich zu Ende geführt, die DM-SKK, ein außergewöhnliches Luftfahrzeug eines genialen Flugzeugbauers, wird auf diese Weise noch viele Jahre silbrig glänzend am bayerischen Himmel zu bewundern sein!